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Leonberger Kreiszeitung 19.09.09

Artikel und Interview in der Leonberger Kreiszeitung vom 19.09.09

veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung der Leonberger Kreiszeitung; Herrn Peter Meurer

Ein selbst geschriebener Roman zur Konfirmation

Wimsheim - Michael Wolfinger wollte seiner Tochter eine Freude machen - und hat seinen ersten Roman veröffentlicht.
von Peter Meurer

Zuerst hatte Michael Wolfinger überlegt, seine Geschichte über Mut, Magie und dunkle Hexer im Heckengäu spielen zu lassen. Doch der wenig passende Klang der Ortsnamen kam ihm dabei in die Quere. ",Wimsheims Geheimnis", das taugte in meinen Ohren einfach nicht", erzählt der Nachwuchsautor von der Suche nach einem Romantitel.

Zudem sei es schwierig, über Menschen und Orte einen fiktiven Roman zu schreiben, die man zu gut kenne. "Also habe ich mich für Großbritannien als Handlungsort entschieden", erklärt Wolfinger. Dort, genauer gesagt im malerischen Örtchen "Hackney", spielt sein Erstlingswerk mit dem Titel "Hackneys Geheimnis". Das passt insofern gut, als Wolfinger "ohnehin ein Faible für Irland und England" hat.

"Hackneys Geheimnis" ist eine Fantasygeschichte der neueren Generation: eine Portion Harry Potter, ein Schuss Kinder-retten-die-Welt-Gefühl, eine Spur Dan Brown-Thriller und eine Prise Märchen. Es geht um die Geschwister Tom und Mia sowie um deren Eltern. Eines Tages entdeckt Tom, dass er über Zauberkräfte verfügt. Dann geht alles ganz schnell: Düstere Magier entführen Mia; Tom und sein Freund Benny begeben sich auf die Suche nach ihr.

Eigentlich sollte der Roman nicht hundertfach aus den Druckerpressen rattern; Michael Wolfinger hatte nur seiner Tochter Yvonne eine Freude machen wollen, für die er auch schon oft Bilder gemalt hatte. Als er sie fragte, was sie sich zur Konfirmation wünsche, antwortete die 15-Jährige: "Ein persönliches Geschenk, eine Überraschung." Und Michael Wolfinger überraschte seine Tochter. Abends, nach der Arbeit als Managementbeauftragter für die Qualitätssicherung eines Autozulieferers, setzte er sich an den Laptop und schrieb. Stundenlang.

Denn Yvonne liest gerne - und beschwerte sich, es gebe kaum spannende neue Bücher. "Ich habe ihn in dieser Zeit oft kaum gesehen", erzählt Wolfingers Frau Ute. Unterstützt hat sie das Projekt immer, auch beim Lektorat geholfen. Dann, als die ersten Kapitel standen, erlebte auch Michael Wolfinger eine Überraschung: Über die Internetseite "Wer kennt Wen" bildete sich ein Netzwerk von rund zweitausend Menschen, die sich für eine Geschichte interessierten, die noch gar nicht vollendet war. Täglich erreichten Wolfinger Emails von Menschen, die sich für das Schreiben oder für Fantasy-Literatur interessierten. Und das nur, "weil ich ein paar Seiten online gestellt habe", erzählt der 40-Jährige. "Das war Wahnsinn."

Die große Resonanz habe ihm viel Energie gegeben, den Roman zu Ende zu schreiben; "einen Schub", sagt Wolfinger. Und suchte einen Verlag, der "Hackneys Geheimnis" veröffentlicht. Den hat Wolfinger mittlerweile im Verlagshaus Schlosser gefunden, wobei er sich an den Kosten beteiligen muss. Die ersten Exemplare von Hackney Geheimnis sind bereits in Umlauf. Bald soll es in Buchhandlungen deutschlandweit erhältlich sein. Aus dem Geschenk für seine Tochter ist ein richtiges Buch geworden. Yvonne Wolfinger erzählt: "Meine Mitschüler finden es toll, dass mein Papa ein Buch für mich geschrieben hat, manche sind sogar ein bisschen neidisch." Sie jedenfalls sei sehr stolz auf ihren Vater.

Das Buch habe sie bereits in einem Rutsch durchgelesen - obwohl es mehr als 400 Seiten hat. Ob er nun bald einen weiteren Roman schreibt? "Das weiß ich wirklich noch nicht", sagt Michael Wolfinger. Aber er habe das Ende von Hackney Geheimnis bewusst offen gehalten.

Michael Wolfinger: Hackneys Geheimnis; 440 Seiten, erschienen im Verlagshaus Schlosser.